Karneval der Kulturen

UMZUG 2011

12. JUNI, 12.30–21.30 UHR
Start: Hermannplatz, über Hasenheide, Gneisenaustraße, Yorckstraße


‚Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt, Und wo Ihr’s packt, da ist’s interessant.‘

Goethes ‚Lustige Person‘ aus dem Faust I spricht so den Dichter an, der in dieser Weise ein massentaugliches Stück liefern soll. Mehr als 200 Jahre später gelten die Zutaten für Popularität immer noch:
Lebensnahe Themen, einmal anders oder genau betrachtet, von besonderen Menschen bearbeitet – das ist Karneval.

Denn wie war das doch? Karneval stellt die Welt vom Kopf auf die Füße und hält ihr den Spiegel vor.

Selbstverständlich macht dieses Prinzip vor keinem gesellschaftlichen Bereich halt. Viele der Umzugsgruppen greifen politisches Tagesgeschehen auf; Migrations- oder Umweltpolitik, aber auch persönliche Geschichten werden auf die Straße gebracht. Dass das interessant für das Publikum ist, liegt wohl hauptsächlich an der Authentizität, die für jeden Besucher spürbar ist und auch an der wachsenden Meisterschaft in diesem ganz besonderen Genre Karnevalskunst. Musik, Tanz, Performance, Großfiguren, Interaktion, Streetart – viele Zutaten gehören dazu. Am Ende ziehen rollende Kunstwerke, traditionell, modern oder visionär, und nie Dagewesenes über die Umzugsstrecke.

Mit welchem Thema und welcher Art der Umsetzung auch immer die Gruppen auftreten – sie alle machen den Karneval der Kulturen zu dem, was er ist: eine Affirmation der Vielfalt unserer Stadt. Am Pfingstsonntag erfüllt sich, was ca. 3.500 aktive Teilnehmer vielfältigster Herkunft in monatelanger Arbeit vorbereitet haben?

Sie ‚wünschte(n) sehr, der Menge zu behagen, Besonders weil sie lebt und leben lässt. Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen, Und jedermann erwartet sich ein Fest.‘

Johann Wolfgang von Goethe
Faust – Der Tragödie erster Teil




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